Ich bitte um Entschuldigung. Da hab ich irgendwie gepennt und den falschen Link kopiert. Danke für den Hinweise. Jetzt sollte es funzen. Bitte teilnehmen!
Umso besser ist es, dass du teilgenommen hast. Da gibt es noch etliche mehr, den Durchschnitt (ich würde gar nicht sagen "runterziehen) richtigstellen.
Genau darum geht es doch: Die wahre Situation in M-V darzustellen. Es wird sehr wenige Ausreißer nach oben geben und ich denke, dass die Auswerter das auch erkennen werden. Eher geht es nach unten.
Da die Bundes-RENO die Auswertung unkommentiert ins Netz gestellt hat, schreib ich mal fix meine eigenen Gedanken dazu nieder:
In Mecklenburg-Vorpommern kann man im 1. bis 5. Arbeitsjahr ein Stundenbruttogehalt von 7,89 € erhalten. Im 6. bis 12. Arbeitsjahr sind das dann 8,88 €. Das finde ich als Einstiegsgehalt durchaus noch gradeso annehmbar, aber für eine Berufsleben nach 12 Jahren schlicht zu wenig.
Insgesamt erlangen wir in M-V in 12 Jahren eine Gehaltssteigerung von 12,26 %. In der gleichen Zeit beträgt die Inflation ca. 36 % (12 x 3 %)
Unter Berücksichtigung eines Einstiegsgehalts von 16.406 € pro Jahr könnte man bei einer jährlichen Gehaltssteigerung von 3 % nach 12 Berufsjahren (in denen man ja auch durchaus Berufserfahrung sammelt in nicht unerheblichem Maße) bei einem Jahresgehalt von 22.325 € sein und damit immerhin im bundesweiten Mittelfeld. Das wäre ein angemessenes Stundengehalt von 10,73 €.
Die durchschnittliche Rechtsanwaltsfachangestellte in M-V erzielt ein Stundenbruttogehalt von 8,27 €. Mithin unter dem in letzter Zeit oft in Rede stehenden Mindest"lohn" von 8,50 €.
Die durchschnittliche Notarfachangestellte in M-V erhält ein Stundenbruttogehalt von 10,98 € (!). Beachtlich!
Der durchschnittliche Fachwirt/Bürovorsteher bekommt in M-V ein Stundenbruttogehalt von 9,81 €.
Dabei wird zu berücksichtigen sein, dass so manch Fachwirt nicht als solcher eingestellt wird, sondern sein Fachwissen gern auch auf einer RaFa-Stelle "mitgenommen" wird, man aber einen Fachwirt nicht wirklich bezahlen mag.
Ich hoffe sehr, dass die Zahlen für die Rechtsanwälte nicht bedeuten: "Ich muss ja nicht mehr zahlen, wenn alle anderen das auch nicht machen." Ich finde es beschämend, dass noch solche Gehälter gezahlt werden für unseren so anspruchsvollen Job.
Bei einem Einstiegsgehalt von 8,50 € (bei 40 Stunden = 1474 € monatlich) ergäbe sich ein Jahresbrutto von 17688 €. Damit läge M-V immer noch unterm Bundesdurchschnitt im hinteren Feld.
Nachtrag:
Wir können uns ja zumindest glücklich schätzen, nicht in Sachsen oder Sachsen-Anhalt zu leben. Nach der Tabelle bekommt man dort nämlich im 6. bis 12. Berufsjahr WENIGER Jahresbrutto, als im 1. bis 5. Berufsjahr. Aber auch das kann man ruhig unkommentiert im Netz stehen lassen. Von einem Berufsverband erwarte ich da doch einen Aufschrei.
Das ist echt traurig. Aber wenn man bedenkt, was hier im Forum so an Stundenlohn angegeben wurde, war es zu erwarten. Jetzt können wenigtens alle die wirklich nur ihre 1.200 oder weniger brutto bekommen mit einem guten Argument in die Gehaltsverhandlung starten.
Der Unterschied zur NoFa ist auch total gewaltig... Hätte ich nicht gedacht.
Immerhin hat nun RENO Sachsen-Anhalt auf ihrer Facebook-Seite ein Statement abgegeben:
ZitatEs gibt kaum noch Auszubildende, die den anspruchsvollen Beruf des/der RENO lernen wollen. Und immer mehr Kollegen/innen, die gerade in Ausbildung sind, wollen nicht im Beruf bleiben. Anwälte wundern sich und merken nicht, dass sie mit einer Bezahlung unter, bestenfalls am Existenzminimum selbst den Anlass für die Entwicklung gesetzt haben. Sachsen-Anhalt ist wieder einmal das Schlusslicht - diesmal bei der Gehaltsumfange unseres Bundesverbandes. Niemand zahlt Berufsanfängern weniger als die Rechtsanwälte in Sachsen-Anhalt. Aus diesem Grund hat das Präsidium auf seiner letzten Sitzung beschlossen, sich in diesem Jahr dieses Problems anzunehmen.